{"id":228,"date":"2021-10-13T17:25:11","date_gmt":"2021-10-13T15:25:11","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=228"},"modified":"2022-03-14T10:34:44","modified_gmt":"2022-03-14T09:34:44","slug":"der-tatort-von-schnippel-bock","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/moebel\/der-tatort-von-schnippel-bock\/","title":{"rendered":"Der Tatort von \u00bbSchnippel-Bock\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-tatort-von-schnippel-bock\">Der Tatort von \u00bbSchnippel-Bock\u00ab<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Kanonikus Franz Bock war in K\u00f6ln als Sammler Legende. Dabei waren seine Methoden bisweilen etwas unorthodox \u2026 1936 \u00fcbernahm das K\u00f6lnische Stadtmuseum ein Konvolut neugotischer M\u00f6bel aus seinem Aachener Haushalt, zu einer Zeit, in der Mobiliar des sp\u00e4ten 19. Jahrhunderts eher gering gesch\u00e4tzt wurde.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"416\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/361__7706586_lo.jpg\" alt=\"Man sieht einen alten Schreibtisch aus Holz. Er hat auf der Unterseite verzierte Elemente.\" class=\"wp-image-1441\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/361__7706586_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/361__7706586_lo-300x197.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Schreibtisch,&nbsp;<\/strong>1865,&nbsp;Inv.-Nr. RM&nbsp;1936\/1363. Foto: rba_d033537<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Die Eintragung im Inventar des Rheinischen Museums listet 1936 ein Konvolut von M\u00f6beln aus dem Bock\u2018schen Nachlass auf, das im Tausch (die Gegenleistung des Rheinischen Museums ist leider nicht genannt) aus dem Aachener SuermondtMuseum eingetroffen war. Es handelt sich um Teile des privaten Speise- und Arbeitszimmers, die wohl bereits 1891 mit einer umf\u00e4nglichen Sammlung von Bestecken, Textilien, Gem\u00e4lden, Skulpturen, M\u00f6beln und Steinzeug aus dem Besitz Bocks in das Aachener Museum gekommen waren oder unmittelbar nach dessen Tod 1899.<\/p>\n\n\n\n<p>Franz Johann Joseph Bock (1823\u20131899) wurde 1850 nach seinem Theologiestudium in Bonn in K\u00f6ln zum Priester geweiht. Danach besch\u00e4ftigte er sich, inzwischen Kaplan in Krefeld, intensiv mit Kunstgeschichte. Bekannt wurde er 1852 als Kurator einer Ausstellung mittelalterlicher Messgew\u00e4nder, als Gr\u00fcnder einer Samt- und Seidenweberei f\u00fcr kirchliche Textilien in Krefeld und Lieferant von \u00bbmittelalterlichen\u00ab Stoffentw\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seiner Versetzung an die K\u00f6lner Pfarre St. Alban 1854 folgte 1855 die Ernennung zum Konservator des neu gegr\u00fcndeten Erzbisch\u00f6flichen Di\u00f6zesanmuseums. Mit einem zweij\u00e4hrigen Stipendium bedacht, konnte er reisen und ausgiebig forschen, nebenbei eine gro\u00dfe Sammlung vor allem historischer Textilien (besser gesagt Textilfragmenten) als Anschauungsst\u00fccke zusammentragen. Dabei waren seine Methoden bisweilen etwas unorthodox und nach heutigem Verst\u00e4ndnis konservatorisch bedenklich. Als Werkzeug nutzte er eine kleine Schere, mit der er (an unauff\u00e4lligen Stellen) Teile aus historischen Messgew\u00e4ndern herausschnitt. Vor allem im Rheinland wurde bald vor ihm als \u00bbSchnippel-Bock\u00ab gewarnt. Doch die so ergatterten Pr\u00f6bchen wurden systematisch geordnet und die Erkenntnisse daraus als dreib\u00e4ndiges Standardwerk \u00bbGeschichte der liturgischen Gew\u00e4nder des Mittelalters\u00ab von 1859 bis 1871 publiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass eine intensive Sammelt\u00e4tigkeit nicht nur Lust, sondern auch Last bedeuten kann, musste auch Bock erfahren. Seine Wohnung platzte bald aus allen N\u00e4hten, und er entschloss sich zum Verkauf von Sammlerst\u00fccken. Nutznie\u00dfer war unter anderem das Suermondt-Museum in Aachen. 1862 zum Ehrenkanonikus und zum Ehrendomherrn&nbsp;ernannt, bezog er eine Wohnung in Aachen. Hier fanden die 1865 individuell f\u00fcr Bock hergestellten M\u00f6bel in Anlehnung an sp\u00e4tgotisches Formengut Aufstellung. Leider sind weder Entwurfsk\u00fcnstler noch Hersteller bekannt. Die hohe handwerkliche Qualit\u00e4t, die feine Zeichnung der Ornamentierung und die Virtuosit\u00e4t der Behandlung vor allem des Schnitzwerks sind auffallend, sodass man geneigt ist, die M\u00f6bel dem K\u00f6lner Umfeld zuzuschreiben. Hier b\u00f6te sich die Manufaktur der Gebr\u00fcder Heinrich (jun.) und Peter Klein in K\u00f6ln an, die engen Kontakt zu verschiedenen rheinischen Neugotikern und auch zum Di\u00f6zesanmuseum hatten, auf \u00bbgothische\u00ab M\u00f6bel f\u00fcr den kirchlichen und profanen Bereich spezialisiert waren und diese in ausgew\u00e4hlt feiner Ausf\u00fchrung lieferten. Es kann als sicher gelten, dass Bock und die Gebr\u00fcder Klein sich gekannt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders der Schreibtisch ist mit dem weiteren Wirken Bocks eng verbunden. So manche seiner sp\u00e4teren Ver\u00f6ffentlichungen d\u00fcrften hier entstanden sein, sehr wahrscheinlich auch weitere Montagen von Textilsammelalben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch nach der \u00dcbergabe ans Rheinische Museum belegen fotografische Dokumente die enge Verbundenheit mit dem Auf und Ab des Hauses. Die Wirren des Zweiten Weltkriegs \u00fcberstand der Schreibtisch zusammen mit den \u00fcbrigen Bock\u2018schen M\u00f6beln durch Auslagerung nach Gaibach, wo sie im Arbeitszimmer des Museumsdirektors Ewald zum Einsatz kamen. Nach 1945 kehrten die M\u00f6bel unbeschadet nach K\u00f6ln zur\u00fcck.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Schreibtisch, mit Inschrift auf Schublade: \u00bbINITIUM SAPIENTIAE TIMOR DOMINI\u00ab (Ps.&nbsp;111\/10: Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit).&nbsp;Inschrift datiert: 1865.&nbsp;Eichenholz, geschnitzt; H:&nbsp;79,7&nbsp;cm, B: 162,3&nbsp;cm, T: 111,4&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. RM&nbsp;1936\/1363&nbsp;h.&nbsp;Tausch mit dem Suermondt-Museum, Aachen. Foto: rba_d033537<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Tatort von \u00bbSchnippel-Bock\u00ab Kanonikus Franz Bock war in K\u00f6ln als Sammler Legende. Dabei waren seine Methoden bisweilen etwas unorthodox \u2026 1936 \u00fcbernahm das K\u00f6lnische Stadtmuseum ein Konvolut neugotischer M\u00f6bel aus seinem Aachener Haushalt, zu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1441,"parent":151,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-228","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4715,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/228\/revisions\/4715"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/151"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1441"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}