{"id":224,"date":"2021-10-13T17:24:41","date_gmt":"2021-10-13T15:24:41","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=224"},"modified":"2022-02-18T07:51:21","modified_gmt":"2022-02-18T06:51:21","slug":"kunst-ist-leben-leben-ist-kunst","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/skulptur-objektkunst\/kunst-ist-leben-leben-ist-kunst\/","title":{"rendered":"\u00bbKunst ist Leben, Leben ist Kunst\u00ab"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"kunst-ist-leben-leben-ist-kunst\">\u00bbKunst ist Leben, Leben ist Kunst\u00ab<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Die Arbeit \u00bbMadison Avenue, Literatur 4\u00ab von 1969 des K\u00f6lner K\u00fcnstlers Wolf Vostell thematisiert in \u00fcberzeugender Einfachheit wichtige Diskurse und Entwicklungen ihrer Zeit. Erst 1969 wurden verheiratete Frauen gesch\u00e4ftsf\u00e4hig \u2013 berufst\u00e4tige Frauen waren selten, Frauen in h\u00f6heren Positionen kaum zu finden und eher noch waren sie als Buchhalterinnen oder Sekret\u00e4rinnen in Gro\u00dfraumb\u00fcros anzutreffen, zwischen dem Stakkato der Schreibmaschinen.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"443\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/681__1165243_lo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1484\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/681__1165243_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/681__1165243_lo-300x210.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Wolf Vostell: Madison Avenue, Literatur 4<\/strong>, 1969. Foto: rba_d033451_02<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Wie milit\u00e4risch aufgestellt wirken die Lippenstifte in verschiedenen Rosat\u00f6nen bei Wolf Vostells Objekt \u00bbMadison Avenue, Literatur 4\u00ab, das 1969 im Auftrag des K\u00f6lner K\u00fcnstlers und Sammlers Gerd Baukhage entstand. Die Gattin des K\u00fcnstlers, Maria Theresia Baukhage-Solbach, hatte die ben\u00f6tigten Lippenstifte im K\u00f6lner Kosmetikfachhandel pers\u00f6nlich erworben. Die goldgl\u00e4nzenden Fassungen lassen an Patronenh\u00fclsen denken und sind passgenau auf den Tasten einer mechanischen Schreibmaschine fixiert worden. Als Mitbegr\u00fcnder der Fluxus-Bewegung besch\u00e4ftigte Vostell die Verkn\u00fcpfung von Kunst und Leben im Allgemeinen: \u00bbKunst ist Leben, Leben ist Kunst\u00ab formulierte er 1961. Seine k\u00fcnstlerische Praxis weitete er mit der Zeit auf neue, lebensnahe Formen der Kunst aus, wie Happenings, Environments und die Decollage. Eine bekannte K\u00f6lner Arbeit Vostells ist die Skulptur \u00bbRuhender Verkehr\u00ab (1969), ein in Beton gegossenes Fahrzeug der Firma Opel, das auf dem Mittelstreifen des Hohenzollernrings platziert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum seiner Arbeiten und Aktionen stand immer die politische Dimension menschlichen Handelns: 1968 entstand eine Reihe von Objektgraphiken, die ein h\u00e4ufig abgedrucktes Pressebild&nbsp;aus dem Vietnamkrieg zur Grundlage hatten, das die f\u00fcr die Kunstmetropole K\u00f6ln in den 1960er bis die milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit der USA demonstrierte. \u00bbB 52 (Lippenstiftbomber)\u00ab zeigt die k\u00f6rnig Sigmar Polke und Joseph Beuys \u2013, sowie von 100 reproduzierte Abbildung eines Langstreckenbombers in Aktion, der in Vostells Version statt Bomben jedoch Lippenstifte abwirft. Der Lippenstift ist hier Symbol f\u00fcr den Kapitalismus und das Bestreben der USA nach weltweiter Konsumfreiheit. \u00bbB 52\u00ab vereint Kriegs- und Kapitalismuskritik, Vostell thematisiert neben dem Vietnamkrieg den Konflikt zwischen kapitalistischem und kommunistischem System.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit \u00bbMadison Avenue, Literatur 4\u00ab kombiniert Vostell eine herk\u00f6mmliche Schreibmaschine mit Lippenstiften, die weibliches Accessoire wie auch Konsumartikel sind und dem Klischee der berufst\u00e4tigen Frau dieser Zeit in den USA entsprechen. Der Titel der Arbeit verweist auf die Welt der New Yorker Werbeindustrie. Bereits seit 1920 siedelten sich die gro\u00dfen Firmen der Werbebranche auf der Madison Avenue an (der auch die erfolgreiche Fernsehserie \u00bbMad Men\u00ab ihren Titel entlehnt).&nbsp;Frauen waren in dieser Zeit selten in h\u00f6heren Positionen f\u00fcr ein Unternehmen t\u00e4tig; ein Grund daf\u00fcr war, dass verheiratete Frauen erst seit 1969 als gesch\u00e4ftsf\u00e4hig betrachtet wurden. Als Buchhalterinnen und Sekret\u00e4rinnen arbeiteten sie vornehmlich in Gro\u00dfraumb\u00fcros, die vom omnipr\u00e4senten Stakkato der Schreibmaschinen beherrscht wurden. War die Schrift lange Zeit M\u00e4nnern vorbehalten und somit Schreiben eindeutig m\u00e4nnlich konnotiert, kann die Schreibmaschine als mechanisches Reproduktionsger\u00e4t auf die dort angestellten Frauen bezogen werden. Der Glanz, die Farbigkeit und die systematische Aufreihung der Lippenstifte \u2013 in den zwei vorherigen Beispielen auch aufgrund ihrer Formanalogie motivisch als Waffe eingesetzt \u2013 geben dem Objekt eine erotische Komponente, die durch das phallische Aussehen verst\u00e4rkt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch das Nebeneinander des Gegens\u00e4tzlichen und Widerspr\u00fcchlichen in Verbindung mit der Banalit\u00e4t der benutzten Gegenst\u00e4nde thematisiert Vostell mit \u00bbMadison Avenue, Literatur 4\u00ab in bestechender Einfachheit wichtige Diskurse und Entwicklungen seiner Zeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Vostells Arbeit ist Teil einer umfangreichen Sammlung von 100 Werken zeitgen\u00f6ssischer K\u00fcnstler,&nbsp;die f\u00fcr die Kunstmetropole K\u00f6ln in den 1960er bis&nbsp;1980er Jahren pr\u00e4gend waren \u2013 darunter auch&nbsp;Sigmar Polke und Joseph Beuys \u2013, sowie von 100&nbsp;Werken ihres 1998 verstorbenen Gatten Gerd Baukhage,&nbsp;die Dr. Maria Theresia Baukhage-Solbach&nbsp;dem K\u00f6lnischen Stadtmuseum in einer gro\u00dfz\u00fcgigen&nbsp;Schenkung 2011 \u00fcbergab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Wolf Vostell: Madison Avenue, Literatur 4, 1969,&nbsp;Schreibmaschine mit Lippenstiften; 38 x 38 x 21&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 2011\/350,&nbsp;Anfertigung f\u00fcr Gerd Baukhage, K\u00f6ln. Foto: rba_d033451_02<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Philipp Kaiser<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbKunst ist Leben, Leben ist Kunst\u00ab Die Arbeit \u00bbMadison Avenue, Literatur 4\u00ab von 1969 des K\u00f6lner K\u00fcnstlers Wolf Vostell thematisiert in \u00fcberzeugender Einfachheit wichtige Diskurse und Entwicklungen ihrer Zeit. Erst 1969 wurden verheiratete Frauen gesch\u00e4ftsf\u00e4hig&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1484,"parent":153,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-224","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/224\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2274,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/224\/revisions\/2274"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/153"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1484"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}