{"id":216,"date":"2021-10-13T17:23:34","date_gmt":"2021-10-13T15:23:34","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=216"},"modified":"2023-10-24T11:42:51","modified_gmt":"2023-10-24T09:42:51","slug":"eine-dame-mit-courage-fuers-buefett","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/skulptur-objektkunst\/eine-dame-mit-courage-fuers-buefett\/","title":{"rendered":"Eine Dame mit Courage f\u00fcrs B\u00fcfett"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"eine-dame-mit-courage-furs-bufett\">Eine Dame mit Courage f\u00fcrs B\u00fcfett<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Rosa Annacker, Schwester des 1914 in jungen Jahren verstorbenen K\u00f6lner Bildhauers Joseph Moest, schenkte dem Museum 1951 einige Skulpturen aus der Hand ihres Bruders, darunter die aus dem Jahre 1906 stammende \u00bbLady Godiva\u00ab. Nicht nur im Stil, sondern auch im Sujet ist diese Skulptur f\u00fcr&nbsp;ihre Entstehungszeit typisch: Die Dame, emp\u00f6rt \u00fcber die Steuerpolitik ihres in Coventry herrschenden Gatten, \u00fcbte sich in stillem Protest, indem sie nackt durch die Stadt ritt. Dieses Motiv erfreute sich damals h\u00e4ufigerer bildhafter Darstellungen.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/428__8365471_lo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1467\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/428__8365471_lo.jpg 447w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/428__8365471_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Joseph Moest: \u00bbLady Godiva\u00ab,<\/strong>&nbsp;<br>1906. Foto: rba_d033562<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Grundlage der Darstellung ist eine Legende, die zwar schon im 13. Jahrhundert nachgewiesen ist, aber durchaus zeitlos aktuell sein kann. Lady Godiva oder Godgifu ist hingegen historisch belegt. Sie war verheiratet mit Leofric, dem Earl von Merica, und starb um 1086. Nachweisbar ist, dass die wohlhabenden Eheleute bedeutende kl\u00f6sterliche Einrichtungen stifteten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die nachfolgende Geschichte hingegen mutet wie ein Vorgriff auf protestbeladene Happenings der fr\u00fchen 1970er Jahre an: Emp\u00f6rt \u00fcber die ausufernde Steuerpolitik des Gatten, unter der die Bewohner Coventrys st\u00f6hnten, schwang sich Godiva auf ein Pferd, nackt, nur die langen wallenden Haare bedeckten ihre Bl\u00f6\u00dfe. So ritt sie durch die Stadt. Der Ehemann, erstaunt ob solch unorthodoxen Verhaltens, aber durchaus voller Bewunderung f\u00fcr ihren Mut zur Tat, unternahm etwas, was auch heute noch der stille Traum eines jeden steuergeschr\u00f6pften B\u00fcrgers ist \u2013 er setzte die Steuern aus \u2013 bis auf eine, n\u00e4mlich die f\u00fcr Pferde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gem\u00fctvolle Geschichte wurde im 19. Jahrhundert popul\u00e4r und bildhaft umgesetzt. Eine der bekanntesten Darstellungen des Ritts von Lady Godiva war das \u00d6lgem\u00e4lde des praeraffaelitischen Malers John Collier (1850\u20131934) von 1898, das, seinerzeit in zahlreichen Kunstzeitschriften publiziert, dem Bildhauer als Vorbild gedient haben k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Joseph Moest war ein Sohn des K\u00f6lner Bildhauers und Restaurators Richard Moest. Nach der Grundausbildung bei seinem Vater und der T\u00e4tigkeit beim K\u00f6lner Dombildhauer Peter Fuchs konnte auch er&nbsp;virtuos im \u00bbgothischen Stil\u00ab arbeiten. Das Studium der Bildhauerei bei Syrius Eberle von 1897 bis 1902 erweiterte seine Erfahrung um den Bereich&nbsp;Monumentalplastik. In der M\u00fcnchener Kunstszene bekam er erste Kontakte zur modernen, vom aufkeimenden Jugendstil beeinflussten Bildhauerei. Sp\u00e4testens im Herbst 1903 war er wieder in K\u00f6ln und \u00fcbernahm am 7.&nbsp;November des Jahres das Atelier des Vaters. Noch im gleichen Jahr lieferte er im brav historisierenden Stil die Figuren f\u00fcr den neuen Hochaltar von St. C\u00e4cilien. Andererseits beteiligte er sich im September an den beiden Wettbewerben des st\u00e4dtischen Hochbauamtes f\u00fcr Hochkreuze f\u00fcr den Friedhof Melaten und den S\u00fcdfriedhof. Er lieferte Entw\u00fcrfe in flott skizzierten&nbsp;und weich ausmodellierten Jugendstilformen, wie man am 1905 ausgef\u00fchrten Beispiel f\u00fcr den S\u00fcdfriedhof nachvollziehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr darauf war er Gr\u00fcndungsmitglied der moderat modernen K\u00fcnstlergruppe \u00bbDer Stil\u00ab und wurde dort bekannt mit dem Bildhauer Georg Grasegger, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Sp\u00e4testens mit seiner Beteiligung an der \u00bbDeutschen Kunstausstellung 1906\u00ab in der K\u00f6lner Flora zeigte sich Moest vollst\u00e4ndig dem neuen Stil zugewandt. In dieser Zeit entstand \u00bbLady Godiva\u00ab, von der dann noch mehrere Exemplare in Bronze gegossen und auch verkauft wurden. Ein literarisches Denkmal setzte der Skulptur \u00bbLady Godiva\u00ab und ihrem Sch\u00f6pfer, dem hageren, schon fr\u00fchzeitig kr\u00e4nkelnden, eigenbr\u00f6tlerischen und verkl\u00e4rt wirkenden Bildhauer, der seinerzeit skandalumwitterte Dichter David Herbert Lawrence mit dem K\u00fcnstler \u00bbLoerke\u00ab in seiner Novelle \u00bbWomen in Love\u00ab, die 1920 in New York erschien. Moest und Lawrence hatten sich 1913 in Gargano am Gardasee kennengelernt, wo Moest seine aufkeimende Tuberkulose auskurieren wollte, die ihn aber am 25. Mai 1914 im zarten Alter von 41 Jahren dahinraffte. Auf dem Friedhof Melaten fand er seine letzte Ruhe, beerdigt beim Grabmal, das er selbst kurz vor seinem Tode vollenden konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Seine Schwester Rosa Annacker schenkte der Stadt K\u00f6ln 1951 unter anderem diese Skulptur, wodurch sie in den Besitz des Historischen Museums gelangte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Joseph Moest: \u00bbLady Godiva\u00ab, 1906,&nbsp;Buchsbaumholz; Skulptur: H: 35&nbsp;cm, B: 21,5&nbsp;cm, T:&nbsp;8,5&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1951\/89.&nbsp;Schenkung von Rosa Annacker geb. Moest, Rath-Heumar, 1951. Foto: rba_d033562<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Dame mit Courage f\u00fcrs B\u00fcfett Rosa Annacker, Schwester des 1914 in jungen Jahren verstorbenen K\u00f6lner Bildhauers Joseph Moest, schenkte dem Museum 1951 einige Skulpturen aus der Hand ihres Bruders, darunter die aus dem Jahre&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1467,"parent":153,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-216","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/216","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/216\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10953,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/216\/revisions\/10953"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/153"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=216"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}