{"id":214,"date":"2021-10-13T17:23:17","date_gmt":"2021-10-13T15:23:17","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=214"},"modified":"2023-10-24T11:40:58","modified_gmt":"2023-10-24T09:40:58","slug":"des-reisenden-freud-und-leid","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/skulptur-objektkunst\/des-reisenden-freud-und-leid\/","title":{"rendered":"Des Reisenden Freud und Leid"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"des-reisenden-freud-und-leid\">Des Reisenden Freud und Leid<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>In den 1970er-Jahren fanden sich in Berlin per Zufall in Privatbesitz die Vorentw\u00fcrfe f\u00fcr die Reliefs&nbsp;\u00bbAbschied\u00ab und \u00bbHeimkehr\u00ab, die sich von 1893 bis 1909 an der Perronhalle des K\u00f6lner Hauptbahnhofs&nbsp;befanden. Die Arbeiten stammen vom dem seinerzeit hochgesch\u00e4tzten Berliner Bildhauer und Grafiker Otto Geyer.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"629\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/551__7213606_lo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1463\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/551__7213606_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/551__7213606_lo-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/551__7213606_lo-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/551__7213606_lo-120x120.jpg 120w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Otto Geyer: Abschied<\/strong>, kurz vor 1893,&nbsp;KSM 1980\/309 a. Foto: rba_d033578<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Das Relief \u00bbAbschied\u00ab zeigt eine sitzende Frauengestalt, die einem Jungen zum Abschied die Stirn k\u00fcsst. Die geschn\u00fcrten Sandalen und der Wanderstab des Jungen deuten seine bevorstehende Reise an. An seiner Seite springt ein Hund freudig erregt hoch. Ein zum Himmel aufsteigender Vogel, ein seine Knospen entfaltender Rosenstock am Boden und der im Wind dramatisch wehende Schleier der Frauengestalt zeigen die fr\u00fche Stunde in ihrer Frische an als Ausgangspunkt f\u00fcr einen ereignisreichen Tagesablauf, f\u00fcr den die Bahn mit Sicherheit sorgen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Relief \u00bbHeimkehr\u00ab f\u00fchrt eine Frauengestalt vor, die den ermatteten Jungen, ihn liebevoll umarmend, nach seiner anstrengenden Reise in Empfang nimmt. Die Frau tr\u00e4gt auf dem Kopf einen mit Sternen geschm\u00fcckten Reif. Die n\u00e4chtliche Stunde wird durch eine Mondsichel am Himmel und eine den Schlaf symbolisierende Mohnpflanze angedeutet. Der Junge ist also dank der F\u00fcrsorge der Bahn (heute lie\u00dfe sich erg\u00e4nzen: trotz Versp\u00e4tungen, ausgefallener Zugverbindungen und verpasster Anschl\u00fcsse) in den sicheren Hafen des heimatlichen Bodens, ohne Schaden zu nehmen, zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Entwurfsk\u00fcnstler und Ausf\u00fchrender der Reliefs war der Bildhauer und Grafiker Otto (Karl Ludwig) Geyer (1843\u20131914), der sich als Sch\u00fcler der Berliner Akademie und des damals renommierten Berliner Bildhauers Hermann Schievelbein schnell zu einem der beliebtesten Portr\u00e4tisten in Berlin entwickelte. Nebenbei besa\u00df er enormen Unterhaltungswert f\u00fcr die Berliner Gesellschaft, da er privat einen lockeren Lebenswandel f\u00fchrte \u2013 er hatte ein Verh\u00e4ltnis mit einer Brauereibesitzersgattin und mit dieser drei nicht eheliche T\u00f6chter. Festzuhalten bleibt, dass dies keine negativen Auswirkungen auf seine Auftragslage hatte. Einer der H\u00f6hepunkte der k\u00fcnstlerischen Karriere Geyers war 1888 die Bekanntschaft mit dem jungen Kaiser Wilhelm II. und dessen Ehefrau. Geyer durfte beide portr\u00e4tieren und in Bronze gegossen vermarkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wahrscheinlich war es der F\u00fcrsprache \u00bbh\u00f6herer\u00ab und \u00bballerh\u00f6chster\u00ab Kreise in Berlin zu verdanken, dass Geyer den Auftrag f\u00fcr die beiden Reliefs f\u00fcr den K\u00f6lner Bahnhof erhielt, der damals als \u00bbEinfallstor\u00ab des westlichen Auslands ins Deutsche Reich in seiner Bedeutung erkannt und entsprechend repr\u00e4sentativ ausgebaut wurde. M\u00f6glicherweise war auch der Architekt der Perronhalle, Johann Eduard von Jacobsthal, der zu den gleichen Personenkreisen wie Geyer in Berlin gute Kontakte hatte, einer der F\u00fcrsprecher.<\/p>\n\n\n\n<p>Im unmittelbaren zeitlichen Vorlauf zur Auftragsvergabe entstanden die hier gezeigten Reliefs als Vorentw\u00fcrfe, \u00fcblicherweise in kleinerem Format als die endg\u00fcltig ausgef\u00fchrten St\u00fccke. Diese waren 1893 vollendet, wurden von Mai bis September 1893 auf der \u00bbGro\u00dfen Berliner Kunstausstellung\u00ab gezeigt und wohl unmittelbar danach nach K\u00f6ln geschafft und dann \u00fcber dem Haupteingang jeweils links und rechts von der Uhr am pavillonartigen \u00bbInselbau\u00ab (Wartes\u00e4le) inmitten der Bahnsteighalle installiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch lange w\u00e4hrte die Freude an den sch\u00f6nen symbolbeladenen Reliefs nicht. Schon 1909 stand das Geb\u00e4ude der Organisation des Bahnbetriebes im Wege. Es entschwand durch Abbruch und die Reliefs mit ihm. Die Vorentw\u00fcrfe tauchten in Berliner Privatbesitz Anfang der 1970er Jahre auf und wurden \u00fcber Josefine Hildebrand, die 1975 \u00fcber den Bildhauer promoviert hatte, mit Rechnung vom 27. Mai 1980 \u00fcber 7.500 DM an das K\u00f6lnische Stadtmuseum vermittelt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Otto Geyer: \u00bbAbschied\u00ab und \u00bbHeimkehr\u00ab, kurz vor 1893,&nbsp;Alabastergips, in der Masse gelblich get\u00f6nt; je 64 x 64 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1980\/309 a+b. Ankauf aus Privatbesitz, 1980, f\u00fcr 7.500 DM. Foto: rba_d033578 (Abschied)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Des Reisenden Freud und Leid In den 1970er-Jahren fanden sich in Berlin per Zufall in Privatbesitz die Vorentw\u00fcrfe f\u00fcr die Reliefs&nbsp;\u00bbAbschied\u00ab und \u00bbHeimkehr\u00ab, die sich von 1893 bis 1909 an der Perronhalle des K\u00f6lner Hauptbahnhofs&nbsp;befanden&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1463,"parent":153,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-214","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/214","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/214\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10951,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/214\/revisions\/10951"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/153"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1463"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=214"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}