{"id":212,"date":"2021-10-13T17:23:03","date_gmt":"2021-10-13T15:23:03","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=212"},"modified":"2023-10-24T11:41:57","modified_gmt":"2023-10-24T09:41:57","slug":"die-stille-rueckkehr-eines-verlorenen-schaetzchens","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/skulptur-objektkunst\/die-stille-rueckkehr-eines-verlorenen-schaetzchens\/","title":{"rendered":"Die stille R\u00fcckkehr eines verlorenen Sch\u00e4tzchens"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-stille-ruckkehr-eines-verlorenen-schatzchens\">Die stille R\u00fcckkehr eines verlorenen Sch\u00e4tzchens<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Zur Zeit seiner Erbauung (1594\u20131606) war das Zeughaus der Stolz der Stadt K\u00f6ln \u2013 mit seiner Waffen- und R\u00fcstungssammlung und dem pr\u00e4chtig ausgestatteten Repr\u00e4sentationsraum im ersten Obergeschoss. Die Ausstattung dieses Raumes mit feinen Schnitz- und Intarsienarbeiten um 1600 fertigte der in K\u00f6ln ans\u00e4ssige Kunstschreinermeister Melchior von Rheidt. Das Prunkportal \u00fcberstand die wechselvollen Zeiten, wie die Ausr\u00e4umung des Baus durch die franz\u00f6sische Revolutionsarmee oder die Neunutzung durch die nachr\u00fcckende preu\u00dfische Armee ab 1815. Im Jahr 1871 wurde das Portal an die Stadt K\u00f6ln verkauft, das an dem Portal angebrachte Wappenschild (Supraporte) galt seinerzeit als verloren. Dieses tauchte aber unverhofft 1982 auf und wurde vom K\u00f6lnischen Stadtmuseum erworben.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"454\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/559__0628087_lo.jpg\" alt=\"Man sieht das K\u00f6lner Wappen aus Holz. Einige Elemente sind vergoldet.\" class=\"wp-image-840\" style=\"width:427px;height:305px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/559__0628087_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/559__0628087_lo-300x215.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>K\u00f6lner Wappen,&nbsp;K\u00f6ln, 1598\u20131601, KSM 1982\/726<\/strong>. Foto: rba_KSM1982_726<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Dargestellt ist das Wappen der Stadt K\u00f6ln, wie es sich bis zum Ende des 15.&nbsp;Jahrhunderts entwickelt hat. Das Oberteil ist in Rot gehalten mit drei goldenen Kronen, die auf die Stadtpatrone der Heiligen Drei K\u00f6nige hinweisen; das Unterteil ist silbrig wei\u00df gef\u00e4rbt mit den elf Flammen, die symbolhaft f\u00fcr die heilige Ursula als Stadtpatronin mit ihren 11.000 Jungfrauen stehen. Das Wappen wird bekr\u00f6nt von einem Spangenhelm mit F\u00e4cherschmuck (mit drei Kronen), links von einem gefl\u00fcgelten Greifen und rechts von einem L\u00f6wen gest\u00fctzt. Das oval geformte Wappen ist gefasst durch Beschlagwerk und Rollornamentik.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Zeichnung mutet dieses Relief wie ein verkleinertes Gegenst\u00fcck des Nordportals des Zeughauses an, das der aus L\u00fcttich stammende Bildhauer Pieter Cronenborch entworfen hatte (auf das weiter vorhandene allegorische Beiwerk wurde dort allerdings aus Platzgr\u00fcnden verzichtet).<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der \u00c4hnlichkeit und der Ma\u00dfe ist die Vermutung sehr naheliegend, dass es sich um die urspr\u00fcngliche F\u00fcllung der Supraporte des Zeughaus-Prunkportals des Melchior von Reidt handelt. Dieser hatte um 1600 den Auftrag erhalten, f\u00fcr den Treppenhauszugang vom Turm zum Obergeschoss das Portal als Bestandteil des dortigen Festsaals mit kostbaren Intarsien und aufwendigen Schnitzarbeiten auszuf\u00fchren. Es war wohl die anerkannte handwerkliche Qualit\u00e4t des Meisters, weniger die menschliche, die die Stadt zum Auftrag dr\u00e4ngte, und so kam das Unvermeidliche: Wegen der Arbeit entstand 1598 ein Streit mit dem Schreineramt und mit dem Rat um die Bezahlung. Ein aus Frankfurt herbeizitierter Sachverst\u00e4ndiger taxierte den Wert auf 700 Reichstaler und beurteilte die Arbeit 1602 und 1603 als \u00bbkunstreich und mit allem Flei\u00df gearbeitet\u00ab. Wie es weiterging, ist leider nicht \u00fcberliefert, wohl aber, dass der Meister sich neue Kontrahenten suchte. Das Portal \u00fcberstand alle Zeitl\u00e4ufte, sogar die Ausr\u00e4umung des Zeughauses durch die Franzosen 1794\/95.<\/p>\n\n\n\n<p>1815 r\u00fcckten Preu\u00dfens Milit\u00e4rs nach und nutzten auch das Zeughaus. Ab 1825 wurde ein massiver Umbau geplant, der bis 1830 durchgef\u00fchrt wurde. In diesem Zusammenhang fand eine ikonographische S\u00e4uberungsaktion statt, die nachweislich das Nordportal, vermutlich auch das Portal im&nbsp;Inneren betraf: Die stadtk\u00f6lnischen Wappen wurden entfernt und zumindest am Nordportal dann durch den preu\u00dfischen Adler ersetzt. Damals erhielt wohl ein Schreiner den Auftrag, das suspekte Objekt aus dem Portal des Obergeschosses zu entfernen. Der verbliebene Rest der T\u00fcranlage wurde \u00fcberstrichen, aber 1871 von einem Offizier entdeckt, der die T\u00fcr dann wohl im Rahmen von \u00bbPutz- und Flickstunden\u00ab von seinen Rekruten von den Farbschichten befreien lie\u00df. Danach wurde das Portal der Stadt K\u00f6ln verkauft, die daf\u00fcr 412&nbsp;Taler bezahlte. Der Zustand aber muss erschreckend gewesen sein, denn es folgte eine umf\u00e4ngliche Restaurierung, bevor es im Rathaus neu eingebaut werden konnte (Kommissionssitzungszimmer im Alter-Markt-Trakt, 2.&nbsp;Obergeschoss). Als Neusch\u00f6pfung wurde in die Supraporte das \u2013 vermeintlich verlorene \u2013 Wappen der Stadt K\u00f6ln eingesetzt. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ausgelagert, \u00fcberstand das Portal den Brand des Rathauses am 29. Juni 1943 im Exil. 1975 konnte es nach erneuter Restaurierung wieder eingebaut werden (Prophetenkammer). Bei einer erneuten Instandsetzung 1980\/82 kam eine handschriftliche Signatur auf der R\u00fcckseite zutage, die als beteiligten Kunsthandwerker \u00bbBylthauer Hynderyh Warnyhen van bremen, Anno Dom 1601\u00ab (Fertigstellungsdatum) nennt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gl\u00fccklicher Zufall brachte die urspr\u00fcngliche Wappenf\u00fcllung wieder an ihren Ursprungsort zur\u00fcck. Mit Rechnung vom 8.&nbsp;November 1982 \u00fcber 5.600&nbsp;DM gelangte das St\u00fcck als Ankauf von Manfred Wellmann, K\u00f6ln, ins Museum, wo es 1984\u20132013 den Aufzugschacht schm\u00fcckte. Seit 2015 begr\u00fc\u00dft es die Besucherinnen und Besucher am Eingang in die Ausstellungsr\u00e4ume &#8211; wenn auch nicht am alten Platz, dann doch wenigstens in der N\u00e4he des Treppenturms.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em><em>K\u00f6lner Wappen, K\u00f6ln, 1598\u20131601,&nbsp;Lindenholz, farbig gefasst; H: 81,5 cm, B: 118 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM&nbsp;1982\/726. Foto: rba_KSM1982_726<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Johannes Ralf Beines<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die stille R\u00fcckkehr eines verlorenen Sch\u00e4tzchens Zur Zeit seiner Erbauung (1594\u20131606) war das Zeughaus der Stolz der Stadt K\u00f6ln \u2013 mit seiner Waffen- und R\u00fcstungssammlung und dem pr\u00e4chtig ausgestatteten Repr\u00e4sentationsraum im ersten Obergeschoss. 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