{"id":206,"date":"2021-10-13T17:22:07","date_gmt":"2021-10-13T15:22:07","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=206"},"modified":"2022-03-14T09:43:35","modified_gmt":"2022-03-14T08:43:35","slug":"fuenf-toechter-fuenf-armreifen","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/koelner-silber\/fuenf-toechter-fuenf-armreifen\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf T\u00f6chter \u2013 F\u00fcnf Armreifen"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"funf-tochter-funf-armreifen\">F\u00fcnf T\u00f6chter \u2013 F\u00fcnf Armreifen<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Voll muss der Gro\u00dfe Saal des G\u00fcrzenichs gewesen sein an diesem Sonntag im Oktober des Jahres 1924, als Dr. Li Eckert an das Rednerpult trat. Die K\u00f6lner Frauenvereine hatten eingeladen, das Andenken einer Frau zu ehren, die, wie Eckert es in ihrer Rede formulierte, \u00bbdie innere und \u00e4u\u00dfere Freiheit der Frau erstrebt und Wege zu dieser Freiheit gebahnt\u00ab hat. Die Rede war von Mathilde von Mevissen (1848\u20131924). Stellvertretend f\u00fcr alle K\u00f6lner Frauen nahm Eckert, langj\u00e4hrige Freundin und Mitstreiterin von Mevissens, an diesem Tag mit ihrer Ged\u00e4chtnisrede Abschied von einer Frau, die dazu beitrug, grundlegende Ver\u00e4nderungen in der M\u00e4dchenbildung zu schaffen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"634\" height=\"522\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/593__9749330_lo.jpg\" alt=\"Man sieht einen goldenen Armreif. Dieser ist aufw\u00e4ndig verziert.\" class=\"wp-image-1498\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/593__9749330_lo.jpg 634w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/593__9749330_lo-300x247.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 634px) 100vw, 634px\" \/><figcaption><strong>Armreif f\u00fcr Mathilde von Mevissen<\/strong>, K\u00f6ln (?), 1885,&nbsp;KSM 1990\/161. Foto: rba_d033510_01<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Dabei sah es zun\u00e4chst nicht danach aus, dass sie sich in irgendeiner Weise selbst verwirklichen k\u00f6nnte. Gemeinsam mit ihren vier Schwestern wuchs sie in einer Familie des K\u00f6lner Gro\u00dfb\u00fcrgertums auf. Ihr Vater, Gustav von Mevissen (1815\u2013 1899), ein F\u00f6rderer von Kultur und Wissenschaft, war ein bedeutender K\u00f6lner Industrieller und nationalliberaler Politiker. Obwohl er gesch\u00e4ftlich bedingt oft abwesend war, f\u00fchrte er zu Hause dennoch ein strenges Regiment. Nach dem fr\u00fchen Tod der Mutter war der Vater gezwungen, seine Aufgaben zu reduzieren. Drei Jahre nach dem Tod der ersten Frau heiratete Gustav deren j\u00fcngere Schwester Therese (1834\u20131901). Die Ausbildung der T\u00f6chter durch Erzieher und Privatlehrer sollte die M\u00e4dchen auf ihre sp\u00e4teren Rollen als Hausfrauen, Ehefrauen und M\u00fctter vorbereiten. Den T\u00f6chtern war es untersagt, die vom Vater gehegte und stetig erweiterte Bibliothek zu benutzen, um sich selbst zu bilden. Mathilde aber widersetzte sich dem Verbot und begann, heimlich B\u00fccher religi\u00f6sen und philosophischen Inhalts aus der Bibliothek des Vaters zu schmuggeln. Sie versteckte sie unter ihrer Matratze, um nachts zu lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum Ende der 1880er Jahre sollte sich an Mathildes Situation nichts \u00e4ndern. Sie wohnte mit der ebenfalls unverheiratet gebliebenen Schwester Melanie bis zu ihrem Lebensende im Elternhaus in der Zeughausstra\u00dfe 2 a. Hier f\u00fchrte sie das Leben einer ledigen Frau des Gro\u00dfb\u00fcrgertums \u2013 unter strenger Aufsicht des Vaters. So kontrollierte er die Lekt\u00fcre und Post der T\u00f6chter, die ohne Begleitung das Haus nicht verlassen durften.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Situation der Unterdr\u00fcckung durch den Vater erfuhr Mathilde von der Diskussion \u00fcber die Emanzipation der Frau. Aufgrund ihrer eigenen entbehrungsreichen Erfahrungen bekam die Bildungsfrage f\u00fcr Mathilde von Mevissen zentrale Bedeutung. Sie bem\u00fchte sich um die Verbesserung der Bildungschancen junger M\u00e4dchen, gr\u00fcndete 1894 eine Handelsschule f\u00fcr M\u00e4dchen und den \u00bbK\u00f6lner Frauenfortbildungsverein\u00ab. Der Grundstein f\u00fcr die K\u00f6lner Frauenbewegung war geschaffen. Im Jahr 1896 wurde der Verein \u00bbM\u00e4dchengymnasium C\u00f6ln\u00ab gegr\u00fcndet. Nach dem Tod des Vaters 1899 wurde der Einsatz f\u00fcr eine bessere M\u00e4dchenbildung zum einzigen Lebensinhalt Mathildes.<\/p>\n\n\n\n<p>1989 wurde dem K\u00f6lnischen Stadtmuseum dieser Armreif, der als Erbst\u00fcck in den Besitz der Gro\u00dfnichte Mathilde von Mevissens \u00fcbergegangen war, als Geschenk der Stifterin Ursula von Hagens \u00fcbergeben. Zum Anlass der Silbernen Hochzeit mit seiner zweiten Frau Therese im Jahr 1885 hatte der Vater seinen f\u00fcnf T\u00f6chtern jeweils einen solchen Armreif geschenkt. Eine Seite tr\u00e4gt die Besitzerinschrift: Mathilde von Mevissen. Die Schauseiten der Reifen sind dicht mit Diamanten in silbernen K\u00f6rnerfassungen besetzt. Der Mittelteil des Armreifs besteht aus einem herzf\u00f6rmigen Rahmen aus Gold. Im Inneren rahmt ein Lorbeerkranz aus getriebenem Silber das Doppelbildnis des Ehepaars Gustav und Therese von Mevissen. Die Portr\u00e4ts sind aus zwei Goldtalern der Zeit Ludwigs II. getrieben und ziseliert. Als Bekr\u00f6nung dient ein Schriftband mit dem Datum der Silbernen Hochzeit: 1860 28 JAN 1885 in schwarzem Grubenschmelz: Ein Rubin und Saphir in Renaissancefassungen deuten symbolisch auf die Schriftrolle mit Rosettenmotiv und Treueschwur am unteren Rand hin: IN LIEBE UND TREUE. Vermutlich stammen diese Arbeiten aus der Werkstatt des angesehenen K\u00f6lner Goldschmieds Gabriel Hermeling.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Armreif f\u00fcr Mathilde von Mevissen, K\u00f6ln (?), 1885,&nbsp;Silber, Gold, Edelstein; H: 5,4 cm, Dm: 6 cm, Inv.-Nr. KSM 1990\/161. Foto: rba_d033510_01<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Stefan Lewejohann<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcnf T\u00f6chter \u2013 F\u00fcnf Armreifen Voll muss der Gro\u00dfe Saal des G\u00fcrzenichs gewesen sein an diesem Sonntag im Oktober des Jahres 1924, als Dr. Li Eckert an das Rednerpult trat. 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