{"id":202,"date":"2021-10-13T17:21:29","date_gmt":"2021-10-13T15:21:29","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=202"},"modified":"2022-03-14T09:43:54","modified_gmt":"2022-03-14T08:43:54","slug":"re-design-fuer-den-kaiser","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/koelner-silber\/re-design-fuer-den-kaiser\/","title":{"rendered":"Re-Design f\u00fcr den Kaiser"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"re-design-fur-den-kaiser\">Re-Design f\u00fcr den Kaiser<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Eigentlich h\u00e4tte Franz Joseph Wenzel Balthasar Johann Anton Ignaz von Habsburg nicht Kaiser Karl VI. werden sollen, da er der zweite Sohn Kaiser Leopolds I. war. Doch sein Bruder Kaiser Joseph I. erlag 1711 einer Pockenerkrankung. Karl, der 1703 zum spanischen K\u00f6nig proklamiert wurde und von Barcelona aus gegen seinen Kontrahenten Philipp IV. um den spanischen Thron k\u00e4mpfte, kehrte nach Wien zur\u00fcck, um die Kaiserw\u00fcrde zu \u00fcbernehmen.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/13424__9970570_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Becher. Dieser ist prunkvoll verziert und vergoldet.\" class=\"wp-image-1489\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/13424__9970570_lo.jpg 447w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/13424__9970570_lo-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption><strong>(Werkstatt des) Johann Jakob H\u00fcls: Huldigungsbecher f\u00fcr Kaiser Karl&nbsp;IV.,&nbsp;<\/strong>Mitte des 17.&nbsp;Jahrhunderts und 1717.&nbsp;Foto: rba_d033512<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Als Freie Reichsstadt unterstand K\u00f6ln direkt dem Kaiser und hatte ihm nach einer Kr\u00f6nung den Treueschwur zu leisten. Im Gegenzug verhie\u00df der Kaiser Schutz und Wahrung der Rechte. Oftmals wurde dem Kaiser als Zeichen der Treue ein wertvolles Geschenk \u00fcberreicht, das durch Form und Verzierung nochmals symbolisch auf die Verbindung von Lehnsherrn und Lehnsnehmer hinwies.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dem vorliegenden Huldigungsbecher handelt es sich um ein solches symbolisches Geschenk, das allerdings einige Besonderheiten aufweist. Zun\u00e4chst wurde es erst am 16.\/17. November 1717, also sechs Jahre nach der Kr\u00f6nung Karls VI., \u00fcberreicht. Der Becher wurde nicht von Karl pers\u00f6nlich entgegengenommen, sondern von Graf Franz Georg von Manderscheid-Blankenheim, der den Kaiser vertrat. Der Graf hatte allerdings nicht nur weltliche, sondern auch geistliche \u00c4mter: Neben seinen Funktionen als kaiserlicher Rat und kurpf\u00e4lzischer Obersthofmeister war er auch dem K\u00f6lner Erzbischof als Erster Minister im Erzstift und Erbhofmeister treu ergeben. Die Huldigung fand in Form eines \u00f6ffentlichen Eides der B\u00fcrgermeister, des Rates und der B\u00fcrgerschaft am 15. November 1717 statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Becher selbst ist schlicht gehalten. Nach neueren Forschungen wurde er nicht 1717 f\u00fcr den Anlass der Huldigung von Johann Jakob H\u00fcls entworfen, sondern schon etwa Mitte des 17. Jahrhunderts gefertigt. Goldschmiedemeister Johann Jakob H\u00fcls (1680\/85\u20131759), dem der Becher lange zugeschrieben wurde, hat den Becher wahrscheinlich nur umgearbeitet \u2013 wom\u00f6glich war es auch einer seiner Sch\u00fcler. Seit 1717 war H\u00fcls n\u00e4mlich auch Ratsherr und hatte daher wohl anderes zu tun, als lapidare \u00c4nderungen an einem Becher vorzunehmen. Dass ihm der k\u00fcnstlerische Entwurf zugesprochen werden muss, steht indes au\u00dfer Frage.<\/p>\n\n\n\n<p>Der untere Fries aus Laub und V\u00f6geln wurde samt neuer Meister- und Stadtzeichen erg\u00e4nzt, und der Becher erhielt einen neuen Boden mit eingelassener Huldigungsmedaille. Auf der Medaillenvorderseite ist der Kaiser zu Pferd, auf der R\u00fcckseite der Doppeladler \u00fcber K\u00f6ln zu sehen. Die Veduten auf der oberen H\u00e4lfte zeigen die St\u00e4dte K\u00f6ln, Frankfurt, Augsburg, Regensburg und Mainz und die Heiligen Petrus, Margaretha, Michael, Sybilla und Joseph.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Becher, der von Johanns j\u00fcngerem Bruder Gerardus zwischen 1715 und 1724 hergestellt wurde, w\u00e4re dem Anlass der Kaiserkr\u00f6nung durchaus angemessener gewesen. Der au\u00dferordentlich hohe (70 cm) und mit Figuren reich geschm\u00fcckte Becher scheint aber f\u00fcr diesen Zweck nicht benutzt worden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Anstelle des Kaisers huldigten die K\u00f6lner einem (durchaus einflussreichen) Eifeler Landgrafen, und statt eines ordentlichen Geschenks \u00fcbergaben sie einen 70 Jahre alten, redesignten Durchschnittsbecher \u2013 sechs Jahre zu sp\u00e4t. Einen weitaus prunkvolleren Becher behielten sie erst mal selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch auch der Kaiser schien anderes im Sinn zu haben, als den K\u00f6lnern seine Aufwartung zu machen. Nach der Kr\u00f6nung in Frankfurt am Main zog er es vor, nach Wien zur\u00fcckzukehren, um von dort aus den Spanischen Erbfolgekrieg weiterzuf\u00fchren, den er aber schon 1713 verlor. K\u00f6ln hatte im fr\u00fchen 18. Jahrhundert schon viel von seiner fr\u00fcheren Bedeutung als wirtschaftliches und politisches Zentrum eingeb\u00fc\u00dft und sollte sich davon auch so schnell nicht erholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Becher kam 1992 f\u00fcr die stolze Summe von 190.000 DM in die Sammlung des K\u00f6lnischen Stadtmuseums und geh\u00f6rt damit zu den teuersten Ank\u00e4ufen, die je get\u00e4tigt wurden. Die Finanzierung \u00fcbernahmen die K\u00f6lner Kulturstiftung der Kreissparkasse K\u00f6ln mit 160.000 DM und die Sparkassenstiftung zur F\u00f6rderung des rheinischen Kulturgutes mit 30.000 DM.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>(Werkstatt des) Johann Jakob H\u00fcls: Huldigungsbecher f\u00fcr Kaiser Karl&nbsp;IV.,&nbsp;Mitte des 17.&nbsp;Jahrhunderts und 1717,&nbsp;<\/em><em>Silber, teilweise vergoldet, H: 21,5 cm. Inv.-Nr. KSM&nbsp;1992\/219 a+b. Ankauf vom Antiquit\u00e4tenh\u00e4ndler Hans G. Klein, K\u00f6ln, f\u00fcr 190.000 &nbsp;M (inkl. Deckelnachbildung)<\/em><br><em>Foto: rba_d033512<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries M. A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Re-Design f\u00fcr den Kaiser Eigentlich h\u00e4tte Franz Joseph Wenzel Balthasar Johann Anton Ignaz von Habsburg nicht Kaiser Karl VI. werden sollen, da er der zweite Sohn Kaiser Leopolds I. war. 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