{"id":189,"date":"2021-10-13T16:58:06","date_gmt":"2021-10-13T14:58:06","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=189"},"modified":"2023-10-24T10:12:06","modified_gmt":"2023-10-24T08:12:06","slug":"vertreibung-aus-dem-paradies","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/alltagsobjekte\/vertreibung-aus-dem-paradies\/","title":{"rendered":"Vertreibung aus dem Paradies &#8230;"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"vertreibung-aus-dem-paradies\">Vertreibung aus dem Paradies \u2026<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Vertreibung aus dem Paradies \u2026 aber nicht aus K\u00f6ln. W\u00e4hrend auf dem oberen Feld der Ofenplatte aus Gusseisen die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies gezeigt wird, halten im unteren Drittel der Platte zwei stolze Greife ein Wappen der Stadt K\u00f6ln. Diese gusseiserne Reliefplatte war als Teil eines Kastenofens kein Einzelst\u00fcck, sondern war im Verbund mit passenden biblischen Themen angebracht.<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"453\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15444__0591961_lo.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Ofenplatte mit einer biblischen Szene.\" class=\"wp-image-1213\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15444__0591961_lo.jpg 453w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/15444__0591961_lo-214x300.jpg 214w\" sizes=\"(max-width: 453px) 100vw, 453px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong><strong>Ofenplatte \u00bbVertreibung aus dem Paradies\u00ab<\/strong>, <\/strong>Mitte des 16. Jahrhunderts.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Vertreibung aus dem Paradies &#8230; aber nicht aus K\u00f6ln! Dies k\u00f6nnte aus Sicht des Betrachters in unserem Jubil\u00e4umsjahr 2013 die Botschaft dieser Ofenplatte aus Gusseisen sein. Sie geh\u00f6rt zu einem feinen, als Ganzes noch ungehobenem Bestand von etwa 80 k\u00fcnstlerisch gestalteten Ofen-, Kamin- und Takenplatten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert im K\u00f6lnischen Stadtmuseum. Bedeutende Produktionsst\u00e4tten waren in der Fr\u00fchen Neuzeit Westfalen, das Siegerland, die Lahngegend und linksrheinisch Eifel und Hunsr\u00fcck. Viele der Platten aus dem Bestand des Museums stammen aus der Eifel, wo es zahlreiche eisenerzreiche Waldgebiete f\u00fcr die Verh\u00fcttung sowie reiche Baumbest\u00e4nde und Wasservorkommen gab. Vom Ende des 15. bis ins 19.&nbsp;Jahrhundert hinein wurden in der Eifel Herdplatten aus Eisen hergestellt. Seit dem 15.&nbsp;Jahrhundert gab es Hoch\u00f6fen, die bis auf 1500 Grad Celsius heizen konnten. Seitdem kann Eisen als Gusseisen hergestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir nehmen an, dass unsere Eisenplatte eine Ofen- und keine Kaminplatte war. Sie geh\u00f6rte also nicht als Kaminr\u00fcckwand vor das offene Feuer, sondern war Teil eines Kastenofens mit mehreren aneinandergereihten Ofenplatten mit biblischen Themen. Daf\u00fcr spricht auch, dass sie ein unmittelbares Pendant hat, das sich ebenfalls im Besitz eines Museums befindet. W\u00e4hrend diese Ofenplatte die \u00bbVertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies\u00ab zeigt, stellt das Gegenst\u00fcck \u00bbAdam und Eva im Paradies\u00ab dar, jedoch ohne den sonst \u00fcblichen S\u00fcndenfall. Beide Ofenplatten sind im oberen Bildfeld durch eine schlanke balusterartige S\u00e4ule l\u00e4ngs geteilt, w\u00e4hrend im querrechteckigen Feld unten auf beiden Platten zwei Greife ein Medaillon abst\u00fctzen, das auf dem K\u00f6lner Exemplar das Wappen der Stadt K\u00f6ln, auf dem anderen einen r\u00f6mischen Portr\u00e4tkopf im Profil mit Helm zeigt. Beide Bildfelder sind jeweils von einem profilierten Rahmen umfasst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die klaren Renaissanceformen der Balusters\u00e4ulen mit abschlie\u00dfender Troph\u00e4enornamentik und der Tondi in profiliertem Rahmen im unteren Bildfeld weisen eindeutig in die Zeit der Renaissance ab 1520. Die freie \u2013 jedoch offensichtliche \u2013 Verwendung eines Holzschnittes von Heinrich Aldegrever mit dem Thema \u00bbDie Vertreibung aus dem Paradies\u00ab (M\u00fcnster, Westf\u00e4lisches Landesmuseum) l\u00e4sst auf eine zeitliche Einordnung nach 1540 schlie\u00dfen. Zu dieser Zeit, also nach 1550, entstanden in K\u00f6ln einige profane Renaissancebauten oder Architekturteile von Rang, wie die Alter-Markt-Fassade des Rathauses, der L\u00f6wenhof als Innenhof oder die Vorhalle des Rathauses, au\u00dferdem \u00f6ffentliche Bauten wie das Zeughaus, Zunfth\u00e4user und private Bauten. Die eisernen \u00d6fen verdr\u00e4ngten in dieser Zeit zunehmend die aufw\u00e4ndigen Kachel\u00f6fen. Sie waren aber auch beliebter Handelsgegenstand. Ob die Ofenplatte zusammen mit ihrem Pendant in K\u00f6ln f\u00fcr einen \u00f6ffentlichen Profanbau oder einen Privatbau bestimmt war oder aber weiter verhandelt wurde, l\u00e4sst sich nicht mehr ermitteln. Das K\u00f6lner Wappen legt aber eine Nutzung in K\u00f6ln nahe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die an der unteren linken Ecke besch\u00e4digte Ofenplatte wurde 1959 zusammen mit vier weiteren \u2013 nicht zu dieser geh\u00f6renden \u2013 von Erwin Wurmbach aus K\u00f6ln-Klettenberg, vermutlich einem Verwandten der langj\u00e4hrigen Museumskustodin Dr. Edith Meyer-Wurmbach, f\u00fcr den Bestand des Historischen Museums angekauft.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Ofenplatte \u00bbVertreibung aus dem Paradies\u00ab, Eifel, Mitte des 16.&nbsp;Jahrhunderts.&nbsp;Gusseisen, H:&nbsp;48&nbsp;cm, B: 68&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1959\/13.&nbsp;Ankauf von Erwin Wurmbach, K\u00f6ln, f\u00fcr 50 DM. Foto: rba_d033538<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Dr. Bettina Mosler<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertreibung aus dem Paradies \u2026 aber nicht aus K\u00f6ln. 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