{"id":179,"date":"2021-10-13T16:56:41","date_gmt":"2021-10-13T14:56:41","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=179"},"modified":"2023-10-24T11:48:10","modified_gmt":"2023-10-24T09:48:10","slug":"keine-haare-auf-dem-kopf-aber","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wirtschaft\/keine-haare-auf-dem-kopf-aber\/","title":{"rendered":"\u00bbKeine Haare auf dem Kopf, aber &#8230; \u00ab"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"keine-haare-auf-dem-kopf-aber\">\u00bbKeine Haare auf dem Kopf, aber \u2026 \u00ab<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Pokal und Zunftbecher der Kammmacher wurden Ende des 18. Jahrhunderts gefertigt. Auf einem der Medaillons des klassizistisch gestalteten Pokals ist ein Kamm als Verweis auf die Kammmacherzunft abgebildet. Die Produktion von K\u00e4mmen hat in K\u00f6ln eine lange Tradition.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"447\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/228__2234521_lo-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1542\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/228__2234521_lo-1.jpg 447w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/228__2234521_lo-1-212x300.jpg 212w\" sizes=\"(max-width: 447px) 100vw, 447px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Pokal der Kammmacher,<\/strong> 1788<br><strong>Becher des Kammmacheramtes,<\/strong> 18.&nbsp;Jahrhundert. Foto: rba_d033552<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>\u00dcber die Herkunft der beiden St\u00fccke ist leider nichts bekannt. Man kann nur vermuten, dass es sich um Trinkgeschirr handelt, das nach der Aufl\u00f6sung der Z\u00fcnfte, in K\u00f6ln \u00c4mter genannt, durch die Franzosen im Jahr 1794 im Besitz des letzten Zunftmeisters der Kammmacher verblieben war. 1906 wurden sie f\u00fcr 75 Mark von dem K\u00f6lner H\u00e4ndler Peter Josef Schmitz erworben.<\/p>\n\n\n\n<p>Fu\u00df und Schaft des in klassizistischer Formgebung gestalteten Pokals sind mit Rosetten, B\u00e4ndern, Akanthusbl\u00fcten und Spiralformen dekoriert. Die Kuppa zeigt vor einem gestrichelten Hintergrund je drei gr\u00f6\u00dfere und kleinere Medaillons. Auf dem mittleren ist ein Kamm als Verweis auf die Kammmacherzunft abgebildet, die beiden anderen zeigen die heilige Ursula mit Pfeil und Palmzweig sowie den heiligen Nikolaus mit Bischofsstab und einem Korb. Der Deckel ist mit einem Flechtband und Blattwerk verziert und wird bekr\u00f6nt von einer sitzenden Figur mit Pokal in der Hand \u2013 dem legend\u00e4ren K\u00f6nig Gambrinus, Erfinder des Bierbrauens.<\/p>\n\n\n\n<p>Der schlichte Becher ist am oberen und unteren Rand leicht geschweift.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00e4mme (aus Knochen) geh\u00f6ren zu den \u00e4ltesten Hygieneartikeln des Menschen und sind in Europa bereits im Neolithikum um 4000 v. Chr. belegt. In K\u00f6ln wurden 2004 bei Ausgrabungen anl\u00e4sslich des Baues der Nord-S\u00fcd-Stadtbahn in drei Meter Tiefe circa 300 Werkstattabf\u00e4lle eines Kammmachers gefunden. Es handelt sich um Halbfertigprodukte von einfachen K\u00e4mmen aus Rinderknochen, die ins 12. Jahrhundert datieren. Im Sp\u00e4tmittelalter entwickelte sich Horn, vornehmlich aus Ungarn, zum bevorzugten Werkstoff, neben edlem Material wie Schildpatt oder Elfenbein. Eine erste Ordnung der Kammmacher ist 1428 aus Wien belegt. In K\u00f6ln wurden bei der Abfassung des Verbundbriefes 1396 und auch in den Gewerbeurkunden des 15. Jahrhunderts keine Kammmacher erw\u00e4hnt, woraus man schlie\u00dfen darf, dass ihre Zahl nicht gro\u00df genug war, um ein eigenes Amt zu bilden. Das Einwohnerverzeichnis aus dem Jahr 1715 listet drei Kammmacher auf, die der G\u00fcrtlergaffel beigeschworen waren. Sie wohnten alle \u00bbAuf dem Brand\u00ab, einer Gasse, in die die Kammachergasse einm\u00fcndete. Ganz in der N\u00e4he befand sich die oben genannte Werkstatt. Seit der Mitte des&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>19. Jahrhunderts wurden Horn und Bein weitgehend durch Hartgummi und Zelluloid verdr\u00e4ngt, die maschinell in gr\u00f6\u00dferen Betrieben verarbeitet werden konnten. Der Beruf des Kammmachers starb aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die auf dem Pokal dargestellte heilige Ursula ist bekanntlich eine der Schutzheiligen K\u00f6lns, ihr Attribut ein Pfeil, die Waffe, durch die sie das Martyrium erlitt. Palmzweige halten neben Kr\u00e4nzen die griechische Siegesg\u00f6ttin Nike und die r\u00f6mische Viktoria in den H\u00e4nden. Sie werden deshalb vielen Heiligen als Symbole der \u00dcberwindung des Todes beigegeben und auch, um daran zu erinnern, dass Christus beim Einzug in Jerusalem mit Palmzweigen gehuldigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nikolaus von Myra, der in der ersten H\u00e4lfte des 4. Jahrhunderts als Bischof in Lykien in Kleinasien wirkte, ist einer der bedeutendsten Heiligen der Ost- und Westkirche. Die Darstellung mit einem Korb und drei Kugeln darin spielt auf das von ihm bewirkte Mitgiftwunder an. Durch das Geschenk dreier goldener Kugeln konnte er erreichen, dass drei T\u00f6chtern eines armen Mannes die Heirat erm\u00f6glicht wurde, die sonst zur Prostitution gezwungen worden w\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pokal ist ein klassischer \u00bbWillkomm\u00ab, ein Trinkgef\u00e4\u00df das, mit Bier oder Wein gef\u00fcllt, auf der Zunftstube dem neuen Meister oder einem Gast gereicht wurde. Er fasst 300 Milliliter Fl\u00fcssigkeit, konnte also, entsprechende \u00dcbung vorausgesetzt, in einem Zug geleert werden. Der Zunftbecher mit der Widmung an alle Meister und Gesellen fasst&nbsp;200 Milliliter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist bemerkenswert, dass die Kammmacher noch 1788, sechs Jahre vor Aufl\u00f6sung der \u00c4mter und Gaffeln, einen solch kostbaren Pokal in Auftrag geben konnten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Johann Heinrich Rohr: Pokal der Kammmacher, K\u00f6ln, 1788, Messing, versilbert und vergoldet; H: 43,5 cm,&nbsp;Inv.-Nr. HM 1906\/111 b<\/em><br><em>Unbekannt: Becher des Kammmacheramtes, K\u00f6ln, 18. Jahrhundert,&nbsp;Inschrift: Es leben alle Meister und Gesellen der Kamm Macher.&nbsp;Messing, oberer Rand und Inneres vergoldet; H:&nbsp;8,8&nbsp;cm,&nbsp;Inv.-Nr.HM 1906\/111 a.&nbsp;<\/em><br><em>Ankauf von Peter Josef Schmitz, K\u00f6ln, f\u00fcr 75 Mark. Foto: rba_d033552<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Prof. Dr. Majolie Lenerz-de Wilde<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbKeine Haare auf dem Kopf, aber \u2026 \u00ab Pokal und Zunftbecher der Kammmacher wurden Ende des 18. Jahrhunderts gefertigt. Auf einem der Medaillons des klassizistisch gestalteten Pokals ist ein Kamm als Verweis auf die Kammmacherzunft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":1540,"parent":159,"menu_order":0,"template":"","class_list":["post-179","sammlung","type-sammlung","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/sammlung"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/179\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10960,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/179\/revisions\/10960"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/sammlung\/159"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1540"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}