{"id":177,"date":"2021-10-13T16:56:24","date_gmt":"2021-10-13T14:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=177"},"modified":"2022-02-18T08:04:48","modified_gmt":"2022-02-18T07:04:48","slug":"blauer-dunst-vom-guelichsplatz","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wirtschaft\/blauer-dunst-vom-guelichsplatz\/","title":{"rendered":"Blauer Dunst vom G\u00fclichsplatz"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"blauer-dunst-vom-gulichsplatz\">Blauer Dunst vom G\u00fclichsplatz<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>In den sp\u00e4ten 1920er Jahren geh\u00f6rte Haus Neuerburg mit Firmensitz in K\u00f6ln zu den gr\u00f6\u00dften Industrieunternehmen Deutschlands. Die gestiegene Nachfrage an Zigaretten nach dem Ersten Weltkrieg verhalf der Firma zu Ruhm und Reichtum. Den amerikanischen Trend der 1950er Jahre, die Zigaretten mit einem modernen Lebensgef\u00fchl zu verkaufen, verpasste Haus Neuenburg allerdings. Als diese Zigarettenschachtel 1979 in die Sammlung des Stadtmuseums gelangte, war vom einstigen Ruhm des Unternehmens nicht mehr viel \u00fcbrig.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/547__9633394_lo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1535\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/547__9633394_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/547__9633394_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption><strong>Zigarettenpackung \u00bbHaus Neuerburg\u00ab, <\/strong>K\u00f6ln, um 1975, KSM 1979\/248.&nbsp;Foto: rba_d028242<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>500 Millionen Zigaretten im Jahr: Mit mehreren Fabriken in ganz Deutschland und einem Monatsumsatz von 15 bis 20 Millionen Reichsmark geh\u00f6rte Haus Neuerburg in den sp\u00e4ten 1920er Jahren zu den gr\u00f6\u00dften Industrieunternehmen Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit hatte die Firma ihren Gesch\u00e4ftssitz bereits von Trier nach K\u00f6ln verlegt und dies mit der Einf\u00fchrung der Marke \u00bbOverstolz\u00ab gefeiert. Die an das mittelalterliche K\u00f6lner Herrschergeschlecht der Overstolzen erinnernde Marke passte neben \u00bbL\u00f6wenbr\u00fcck\u00ab, \u00bbG\u00fcldenring\u00ab und \u00bbRavenklau\u00ab gut ins Programm des Tabakherstellers. Haus Neuerburg hatte gerade rechtzeitig die Umstellung von Pfeifentabak und Zigarren hin zur Zigarette vollzogen und konnte die gestiegene Nachfrage nach den Glimmstengeln im und nach dem Ersten Weltkrieg gut bedienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Firmensitz in dem zwischen 1923 und 1929 errichteten (auch \u00bbHaus Neuerburg\u00ab genannten) Geb\u00e4ude am G\u00fclichsplatz sollte dem Unternehmen jedoch nicht lange Gl\u00fcck bringen. Bereits 1935 wurde Haus Neuerburg vom direkten Konkurrenten Reemtsma aus Hamburg \u00fcbernommen. Die Firma Haus Neuerburg bestand mit ihren Marken aber zun\u00e4chst weiter und wurde durch die Entflechtung des Zigarettenmonopols in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sogar wieder eigenst\u00e4ndig. In den 1950er Jahren ritt auch Haus Neuerburg zun\u00e4chst auf der Wirtschaftswunderwelle. Aus dieser Zeit sind auch zum Teil kuriose Werbefilme der Firma \u00fcberliefert: In einem dieser Filme wirbt ein dicklicher Junge f\u00fcr die Marke Overstolz. Heute, da Zigarettenwerbung im Fernsehen g\u00e4nzlich verboten ist, undenkbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch w\u00e4hrend man die Modernisierung des Unternehmens Anfang des 20. Jahrhunderts noch genau zum rechten Zeitpunkt vorgenommen hatte, verschlief die Firmenleitung die n\u00e4chste Neuerung auf dem Zigaretten-Markt: die Filterzigarette. Schon bald dr\u00e4ngte die gro\u00dfe Konkurrenz aus Amerika auf den deutschen Markt, und bereits 1960 wurden 51 Prozent der Firmenanteile an die Firma \u00bbReynolds Tobacco\u00ab verkauft, die drei Jahre sp\u00e4ter auch die restlichen Anteile erwarb.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Marken von Haus Neuerburg blieben zun\u00e4chst erhalten, doch verloren diese viele Marktanteile an amerikanische Marken wie Camel und Marlboro. Rauchen geh\u00f6rte nicht mehr nur zum \u00bbguten Ton\u00ab, sondern sollte ein bestimmtes Lebensgef\u00fchl vermitteln. Der \u00bbMarlboro-Mann\u00ab entwickelte sich zum Beispiel seit 1954 zu einer wichtigen Werbefigur. Als Wayne McLaren, der wohl bekannteste \u00bbMarlboro-Mann\u00ab (er starb mit 51 an Lungenkrebs), 1976 zur Ikone wurde, versuchte Haus Neuerburg noch, mit dem Signet \u00bbKoeln Rhein\u00ab auf seinen Packungen aufzutrumpfen. Die hier vorgestellte Packung ist ein Beleg daf\u00fcr, dass Haus Neuerburg im wahrsten Sinne aufs falsche Pferd gesetzt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu der Zeit, als die Zigarettenschachtel in die Sammlung des Stadtmuseums gelangte, war vom einstigen Ruhm des Unternehmens nicht mehr viel \u00fcbrig. Kein Wunder also, dass sich der in K\u00f6ln verbliebene Teil der Familie Neuerburg 1979 dazu entschied, die historische Zigarettenpackung dem Stadtmuseum zu \u00fcberlassen. Wenn schon niemand mehr die Zigaretten rauchte, sollten sie wohl wenigstens einen Platz im historischen Ged\u00e4chtnis der Stadt behalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der Verkauf von Reynolds Tobacco (und damit auch von Haus Neuerburg) an Japan Tobacco International (JTI) 1999 tat dieser negativen Entwicklung keinen Abbruch. Die Marke Overstolz wird von JTI heute wieder in Trier produziert und ist also wieder zu den Wurzeln der Firma zur\u00fcckgekehrt. Im \u00bbHaus Neuerburg\u00ab, dem ehemaligen Stammsitz am G\u00fclichsplatz, befinden sich heute Teile der Stadtverwaltung, darunter der B\u00fcrgerservice, das Standesamt und B\u00fcros der Ratsfraktion \u00bbDie Linke\u00ab.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Zigarettenpackung \u00bbHaus Neuerburg\u00ab, K\u00f6ln, um 1975,&nbsp;Papier, Tabak; H: 8,5 cm, B: 5,5 cm, T: 2,5 cm,&nbsp;Inv.-Nr. KSM 1979\/248.&nbsp;<\/em><em>Foto: rba_d028242<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blauer Dunst vom G\u00fclichsplatz In den sp\u00e4ten 1920er Jahren geh\u00f6rte Haus Neuerburg mit Firmensitz in K\u00f6ln zu den gr\u00f6\u00dften Industrieunternehmen Deutschlands. 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