{"id":175,"date":"2021-10-13T16:55:50","date_gmt":"2021-10-13T14:55:50","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=175"},"modified":"2022-03-14T09:32:53","modified_gmt":"2022-03-14T08:32:53","slug":"hort-der-orden-horden","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/karneval-brauchtum\/hort-der-orden-horden\/","title":{"rendered":"Hort der Orden-Horden"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"Man sieht einen gemalten Blick auf die alte Stadt K\u00f6ln.\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"hort-der-orden-horden\">Hort der Orden-Horden<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong><strong>Gezeigt wird im K\u00f6lnischen Stadtmuseum nur ein winziger Teil der gro\u00dfenteils noch nicht inventarisierten Orden. Zu viele Orden sind es, die seit 1823, dem Jahr des ersten organisierten Karnevals, j\u00e4hrlich als Auszeichnung f\u00fcr verdiente Karnevalisten vergeben werden. Fr\u00fche Orden zeugen von wunderbarem Kunsthandwerk, sp\u00e4testens im 20. Jahrhundert entwickeln sie sich im Zuge der maschinellen Fertigung zum reinen Konsumobjekt.<\/strong><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/635__3961033_lo.jpg\" alt=\"Man sieht viele verschiedene Karnevalsorden nebeneinander liegen. Einige haben B\u00e4nder.\" class=\"wp-image-1562\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/635__3961033_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/635__3961033_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption><strong>K\u00f6lner Karnevalsorden<\/strong>,&nbsp;<br>20. Jahrhundert.&nbsp;Foto: rba_d033471<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Wie viele Karnevalsorden es im Stadtmuseum genau gibt, wei\u00df niemand. Kistenweise Orden sind bislang nicht inventarisiert oder gesichtet, da der Aufwand der Suche, Vermessung, Datierung und Aufnahme in die Datenbank sicherlich ein Personenjahr an Arbeit bedeuten d\u00fcrfte. Was sicher ist: Es sind viele, und jedes Jahr werden es mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Orden kommen \u00fcber die verschiedensten Wege ins Museum, manche einzeln als Geschenk von Gesellschaften oder verdienten Karnevalisten, andere als komplette Sammlungen aus Privatbest\u00e4nden, wenn die fr\u00fcheren Besitzer ihre Leidenschaft aufgeben oder aus dem Leben scheiden. Eine solche Privatsammlung kam auch im Jahr 2000 ins Haus: 315 Orden, vornehmlich aus der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, wurden dem Stadtmuseum von einem anonymen \u00bbK\u00f6lner B\u00fcrger\u00ab geschenkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Entwicklung, die schon im 19. Jahrhundert begann, ist auch anhand dieser Sammlung deutlich nachzuvollziehen. Karnevalsorden werden mehr und mehr zum Konsumobjekt. Im 19. Jahrhundert verbilligte die aufkommende Industrieproduktion die Orden und minimierte die handwerkliche Herstellung. Heute, in Zeiten des Internet-Versandhandels mit seinen vorgefertigten Orden-Designs und Produktionsst\u00e4tten in \u00dcbersee, verlieren sich viele der Metallanh\u00e4nger in seichten Spa\u00dfdarstellungen ohne erkennbare Aussagekraft. Viele Karnevalsorden haben sich ihrer urspr\u00fcnglichen Bedeutung und Geltung entledigt.<\/p>\n\n\n\n<p>In Sachen Orden hatten f\u00fcr die K\u00f6lner Karnevalisten die Narren von Kleve und die Gecken von D\u00fclken Vorbildcharakter. Der in K\u00f6ln seit 1823 organisierte Karneval verstand sich auch als augenzwinkernde Antwort auf den milit\u00e4risch-steifen Habitus der seit 1815 auch \u00fcber K\u00f6ln herrschenden Preu\u00dfen. Doch ein Orden \u2013 karnevalistischer Natur oder nicht \u2013 bleibt eine Auszeichnung, die mit Verdienst, Treue und W\u00fcrde verbunden ist. Denn die Manifestation von Rang und Hierarchie spiegelt sich im Karnevalsorden wie in allen anderen Abzeichen auch. Kein Wunder also, dass die Orden gerade in einer Zeit so popul\u00e4r wurden, in der K\u00f6ln als kleiner Teil des gro\u00dfen Preu\u00dfen kaum noch eine politische Rolle spielte.<\/p>\n\n\n\n<p>So erkl\u00e4rt sich auch, warum offener Dissens in der Ordensgestaltung fast nie vorkam. Im Gegenteil richteten sich die Orden vielfach nach der politischen Str\u00f6mung der Zeit: Patriotismus nach der Reichsgr\u00fcndung 1871, Rassismus nach dem Herero-Aufstand 1904, Durchhalteparolen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs, Geschichtsvergessenheit im Wirtschaftswunder und immer wieder der Aufgriff von Hist\u00f6rchen zur k\u00f6lnischen Selbstvergewisserung.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Pr\u00e4sentation des Historischen Museums gab es schon 1902 Karnevalsorden zu bewundern. Im \u00bbAllgemeinen F\u00fchrer\u00ab von 1902 ist in der Eigelsteintorburg in \u00bbZimmer 5 \u2013 Vereinswesen im 19. Jahrhundert, Karneval\u00ab von einer \u00bbReihe Karnevalsorden im Pultschrank\u00ab die Rede. Und auch heute sind Karnevalsorden in der Dauerausstellung des K\u00f6lnischen Stadtmuseums zu sehen. Denn der Karnevalsorden ist nicht per se trivial. Es gibt wunderbar gearbeitete, kunsthandwerkliche St\u00fccke aus dem 19. Jahrhundert, trefflich gestaltete Orden mit politischem Gehalt und solche, die die Erinnerung an geschichtliche Ereignisse auf w\u00fcrdevolle Art und Weise wachhalten. Leider sind sie in der Unterzahl.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>K\u00f6lner Karnevalsorden, Metall, Kunststoff, Textil.&nbsp;Inv.-Nr. KSM 2000\/51, 59, 166, 170, 174, 175, 320, 325, 328, 339, 358, 374, 375, 378, 398, 420, 428, 460, 464, 482, 483, 488, 565, 572. Foto: rba_d033471<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Sascha Pries M.A.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hort der Orden-Horden Gezeigt wird im K\u00f6lnischen Stadtmuseum nur ein winziger Teil der gro\u00dfenteils noch nicht inventarisierten Orden. 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