{"id":169,"date":"2021-10-13T16:54:51","date_gmt":"2021-10-13T14:54:51","guid":{"rendered":"https:\/\/stadtmuseum.result.de\/?post_type=sammlung&#038;p=169"},"modified":"2023-10-24T11:50:09","modified_gmt":"2023-10-24T09:50:09","slug":"tauschgeschaeft-anno-45","status":"publish","type":"sammlung","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/sammlung\/wissenschaft-und-bildung\/tauschgeschaeft-anno-45\/","title":{"rendered":"Tauschgesch\u00e4ft anno &#8217;45"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-ksm-featured-image-page is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1260\" height=\"280\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2148\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1260x280.jpg 1260w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-1536x341.jpg 1536w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sammlung_Headerbild-2048x455.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1260px) 100vw, 1260px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:40px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\" id=\"tauschgeschaft-anno-45\">Tauschgesch\u00e4ft anno &#8217;45<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-center is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p><strong>Wie muss man sich die Lage der K\u00f6lner Museen bei Kriegsende vorstellen? Die H\u00e4user waren gro\u00dfenteils zerst\u00f6rt, die Best\u00e4nde \u00fcber ganz Deutschland verteilt und die Mitarbeiter mit Aufr\u00e4umarbeiten befasst.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Jahr 1945 wird im \u201eHaus der Rheinischen Heimat\u201c, unserer Vorg\u00e4ngerinstitution, lediglich ein Konvolut belangloser Kleinschriften im Tausch gegen unbekannte Gegengaben inventarisiert. Warum? Und wer ist Erik Berger, mit dem der Tausch arrangiert wird?<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-28f84493 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"446\" height=\"634\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/401__8366451_lo.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1575\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/401__8366451_lo.jpg 446w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/401__8366451_lo-211x300.jpg 211w\" sizes=\"(max-width: 446px) 100vw, 446px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Konvolut kleinerer Publikationen, u.&nbsp;a. Wasmuths Monatshefte Baukunst &amp; St\u00e4dtebau, Juli 1932, H.&nbsp;7. <\/strong>Foto: rba_d033518<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Wie hat man sich die Lage der K\u00f6lner Museen nach Kriegsende vorzustellen? Die Museumsbauten waren im Wesentlichen zerst\u00f6rt, ihre Best\u00e4nde auf zahlreiche Depots \u00fcber das gesamte vormalige Reichsgebiet verteilt und unterstanden der Aufsicht der jeweiligen Alliierten. Schloss Gaibach bei W\u00fcrzburg war eines davon, in dem neben Best\u00e4nden des \u00bbHauses der Rheinischen Heimat\u00ab, des Kunstgewerbemuseums, des Wallraf-RichartzMuseums und des Rathauses auch der Kunstbesitz etlicher Privatpersonen ein Unterkommen gefunden hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die R\u00e4umlichkeiten im Schloss boten nicht nur Platz f\u00fcr die Kunstsch\u00e4tze, sie boten auch Unterkunft f\u00fcr Museumsmitarbeiter. Der Direktor des Museums Professor Wilhelm Ewald und seine Mitarbeiterin Dr. Edith Meyer-Wurmbach wohnten dort zeitweilig und auch weitere G\u00e4ste, wie Johannes Puhl sich erinnerte: \u00bbSo kam es, da\u00df sich die Schlo\u00dfgemeinde zu einem soziologischen Biotop entwickelte. Ewald war der Doyen (&#8230;) Dies lief bis April 1945, als sich amerikanische Truppen Gaibach n\u00e4herten. Ewald wurde zun\u00e4chst wegen des gro\u00dfen Hutes und wegen der Zigarre als B\u00fcrgermeister angesprochen. Der Irrtum lie\u00df sich jedoch schnell beheben und es gelang, Schlo\u00df Gaibach (&#8230;) \u203aoff limits\u2039 [also gesperrt f\u00fcr milit\u00e4risches Personal] zu stellen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p>Das gelang auch deswegen, weil Professor Ewald Herrn Erik Berger, der sich mal als \u00bbSecretary and Art adviser Military Government\u00ab, mal als \u00bbCustodian MFA&amp;A\u00ab ausgab und wohl im Dienst der Besatzungsbeh\u00f6rde t\u00e4tig war, mit Kunstobjekten versorgte. Er bediente sich dabei der Sammlungsst\u00fccke aus Privatbesitz. Aus der Sammlung des K\u00f6lner Rechtsanwalts Dr. Paul Esch gab er mindestens zehn Gem\u00e4lde an Berger f\u00fcr die Ausstattung von Offizierskasinos, darunter Werke von Courbet, Lasinsky, Macke, Metz, de Peters, Scheuren, Schirmer und Sisley, wie auch M\u00f6bel und Teppiche aus anderen Deposita, die bis 1949 zum Teil nicht zur\u00fcckgegeben wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Umgekehrt revanchierte sich Berger gro\u00dfz\u00fcgig: \u00bbIm Einverst\u00e4ndnis mit dem Chef der deutschen Polizei in W\u00fcrzburg wurden Ihnen bis zur endg\u00fcltigen Regelung drei Gem\u00e4lde aus dem Besitz des Barons von Schr\u00f6der f\u00fcr das Historische Museum \u00fcberwiesen\u00ab, hei\u00dft es in seinem Schreiben vom Mai 1945. Die Gem\u00e4lde h\u00e4tten eine bemerkenswerte Erg\u00e4nzung der Sammlung bedeutet. Das erste von einem k\u00f6lnischen Meister aus dem Lochner-Umfeld und um 1450 datiert, zeigt eine Muttergottes umgeben von den Aposteln Paulus, Petrus und Johannes sowie den Bisch\u00f6fen Peregrinus und Heribert, der ein Modell von St. Aposteln im Arm h\u00e4lt. Es stammte aus der renommierten Sammlung des K\u00f6lner Bankiers Richard von Schnitzler, dessen Tochter Edith Kurt Freiherr von Schr\u00f6der heiratete. Da Schr\u00f6der Mitglied des Freundeskreises Reichsf\u00fchrer SS war, war sein Besitz zun\u00e4chst beschlagnahmt. Bei den weiteren handelte es sich um zwei Portr\u00e4ts, Bartholom\u00e4us Bruyn zugeschrieben. Sie alle wurden 1948 zur\u00fcckgefordert, nachdem Schr\u00f6der als \u00bbminder\u00ab belastet eingestuft worden war.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-wide\"\/>\n\n\n\n<div style=\"height:20px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><em>Konvolut kleinerer Publikationen, u.&nbsp;a. Wasmuths Monatshefte Baukunst &amp; St\u00e4dtebau, Juli 1932, H.&nbsp;7, Berlin: Bauwelt-Verl., 1932 u. a. Papier, 32 x 25 cm, Inv.-Nr. RM&nbsp;1945\/1 ff. Tausch mit Erik Berger. Foto: rba_d033518<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Autor: Beatrix Alexander<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tauschgesch\u00e4ft anno &#8217;45 Wie muss man sich die Lage der K\u00f6lner Museen bei Kriegsende vorstellen? Die H\u00e4user waren gro\u00dfenteils zerst\u00f6rt, die Best\u00e4nde \u00fcber ganz Deutschland verteilt und die Mitarbeiter mit Aufr\u00e4umarbeiten befasst. 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