{"id":11287,"date":"2024-01-23T17:16:07","date_gmt":"2024-01-23T16:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/?p=11287"},"modified":"2024-03-19T21:58:26","modified_gmt":"2024-03-19T20:58:26","slug":"koelle-du-bes-e-jefoehl-wovor-haben-wir-angst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/koelle-du-bes-e-jefoehl-wovor-haben-wir-angst\/","title":{"rendered":"K\u00f6lle, du bes e Jef\u00f6hl: Wovor haben wir Angst?"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u201eAlles verlore, kein Wohnung, kein Arbeit, kei\u2018 Jeld!\u201c Wenn die Band \u201eH\u00f6hner\u201c Menschen ohne festen Wohnsitz besingt, werden die Fans bei den Konzerten immer ganz nachdenklich und still. Dann ist kurz Schluss mit Lust und Liebe\u2026 Pl\u00f6tzlich kriecht so etwas wie Angst hoch. K\u00f6nnte mir das auch so passieren, so ein Absturz? Oder ein tragischer Unfall? K\u00f6nnte ich auch mitten hineingeraten in Terror und Krieg?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist Angst? Wie f\u00fchlt sie sich an? Wie \u00fcberall anders auf der Welt haben die K\u00f6lner*innen dieses Gef\u00fchl in den letzten 2000 Jahren oft erlebt. Im Bereich \u201eWas macht uns Angst\u201c in unserer neuen Dauerausstellung erz\u00e4hlen wir ab dem 23. M\u00e4rz 2024 genau davon!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angst kann viele Ursachen haben: Ausgrenzung oder Verfolgung. Krieg oder politischer Terror. Hunger, Krankheit oder Tod. Verlust von Arbeit, Wohnung, Heimat. Dieses Gef\u00fchl und seine Auswirkungen haben sich bis heute tief in die Seelen der Menschen und die Geschichtsb\u00fccher eingebrannt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">LEBENSBEDROHLICHE KRANKHEITEN<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Angst vor lebensbedrohlichen Krankheiten wie Pest, Pocken, Lepra oder Cholera geh\u00f6rt nicht nur im Mittelalter zum t\u00e4glichen Leben. Sie zieht sich durch alle Jahrhunderte bis fast in unsere Gegenwart. Erst die moderne Wissenschaft und Forschung hat uns Menschen seit knapp 100 Jahren viel Angst davor genommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Alexianer-M\u00f6nche sind um 1605 mit ihren medizinischen Kenntnissen noch nicht soweit: Als sie pestkranke Soldaten auf dem Domhof (heute Roncalliplatz) pflegen, k\u00f6nnen sie leider niemanden heilen. Doch schon damals halten sie sich Taschent\u00fccher (vergleichbar mit unseren Masken) vor die Nase. Sie haben Angst vor \u201eansteckenden D\u00e4mpfen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1.jpg\" alt=\"Ein gemaltes Bild des Domhofs.\" class=\"wp-image-13159\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-1-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Alexianer-M\u00f6nche bei der Pflege pestkranker Soldaten auf dem Domhof: Sie k\u00f6nnen den Erkrankten jedoch nicht helfen (Domhof in K\u00f6ln zur Pestzeit: K\u00f6ln 1605)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2.jpg\" alt=\"Zu sehen ist eine kleine Statue, das Leprosenm\u00e4nnchen.\" class=\"wp-image-13162\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-2-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schon in der Fr\u00fchen Neuzeit isoliert man Kranke aus Angst vor Ansteckungen. Pest- und Leprakranke d\u00fcrfen nur selten in die Stadt kommen und m\u00fcssen sich mit Klappern bemerkbar machen. \nLeprosenm\u00e4nnchen-Relief aus Melaten, K\u00f6ln 1629\/30\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Und die meisten K\u00f6lner*innen haben nicht nur Angst vor den Krankheiten, sondern auch vor den Kranken. Die werden isoliert und aus der Stadt gejagt. Pest- oder Lepra-Kranke d\u00fcrfen sich nur selten innerhalb der Stadtmauern bewegen und m\u00fcssen sich dann mit lautem Klappern bemerkbar machen, so dass die besorgten \u201eGesunden\u201c sich hinter ihren Fenstern und T\u00fcren in Sicherheit bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch im 19. Jahrhundert sorgt die Cholera f\u00fcr Entsetzen. Schuld sind die dramatisch schlechten hygienischen Zust\u00e4nde in der Gro\u00dfstadt. Hier leben zu viele Menschen auf zu dichtem Raum. Das lebenswichtige Wasser ist verunreinigt. Ein wichtiger Schritt dann: die Er\u00f6ffnung des ersten Wasserwerks im Jahre 1872.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann kommt vor wenigen Jahren Corona! Die Bilder von Massengr\u00e4bern aus Italien sorgen auch bei uns f\u00fcr eine Schockwelle. Das \u00f6ffentliche Leben wird fast eingestellt, Schulen und Kinderg\u00e4rten werden geschlossen. Kinos zu, Theater dicht, Home-Office.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgen Maskenpflicht und Testpflicht. Tragische Todesf\u00e4lle in unserem unmittelbaren Umfeld sorgen f\u00fcr Entsetzen und nackte Angst vor einem unsichtbaren Virus. So schnell kann\u2019s gehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">VERFOLGUNG<\/h2>\n\n\n\n<p>Was fremd ist und sich die Menschen nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, macht Angst. Ob Krankheiten, ungew\u00f6hnliche Wettergeschehen wie D\u00fcrren oder Fluten\u2026 die Zahl der Beispiele k\u00f6nnte endlos weitergehen. Grund f\u00fcr Angst oder Angstmacherei k\u00f6nnen aber auch die Menschen selber sein. Die andere Hautfarbe, unbekannte Sprache, ferne Heimat, geheimnisvolles Wissen oder der andere Glauben. Das traurige Prinzip funktioniert bis heute.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Gem\u00e4lde von einem Mann und im Hintergrund einer Frau.\" class=\"wp-image-13166\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-3-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein Opfer der K\u00f6lner Hexenprozesse ist die Postmeisterin Katharina Henot. Die Anklage st\u00fctzt sich nur auf die unter Folter erwirkte Aussage einer Nonne. Dennoch wird sie 1627 vom Scharfrichter erdrosselt und verbrannt. Ihr Bruder Hartger l\u00e4sst anschlie\u00dfend dieses Gem\u00e4lde anfertigen, das die Verantwortlichen kritisiert (Hartger Henot und die Apokalyptischen Reiter, K\u00f6ln 1637, K\u00f6lner Gymnasial- und Stiftungsfonds, Foto: RBA)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Teil einer verbrannten Thorarolle.\" class=\"wp-image-13169\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-4-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ab 1935 wird eine Vielzahl von Gesetzen erlassen, die J\u00fcdinnen und Juden im Deutschen Reich systematisch benachteiligen. Beim reichsweiten Pogrom am 9. November 1938 brennen auch die Synagogen in K\u00f6ln (Tora-Fragment aus einer K\u00f6lner Synagoge, K\u00f6ln (?) ca. 1860\/1910, KSM, Foto: RBA)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das bedeutet: Die Menschen wollen wissen, wen sie f\u00fcr schwierige Umst\u00e4nde verantwortlich machen k\u00f6nnen. Die vermeintlichen \u201eS\u00fcndenb\u00f6cke\u201c werden immer gefunden. So entsteht unter anderem im 16. Jahrhundert die Verfolgung von sogenannten \u201eHexen\u201c. Es ist eine gnadenlose Jagd mit Hunderten von gequ\u00e4lten und bestialisch get\u00f6teten Frauen. Das bekannteste Opfer in K\u00f6ln ist sicherlich die Unternehmerin Katharina Henot.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Immer wieder trifft es in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten die j\u00fcdischen Mitbewohner*innen. Nach jahrelangem friedlichem Miteinander werden j\u00fcdische Kaufleute und ihre Familien aus der Innenstadt gejagt, gefoltert, gelyncht, get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Pogrom von 1349 geh\u00f6rt zu den traurigsten Kapiteln K\u00f6lner Geschichte. Diese Angst vor dem \u201eAnderen\u201c machen sich vor 100 Jahren auch die Nationalsozialisten zu Nutze: Ihr Antisemitismus wird \u2013 mit unglaublicher Menschenverachtung \u2013 zum systematischen Massenmord getrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits am 9. November 1938 brennen auch in K\u00f6ln die ersten Synagogen. In der Folge werden mehr als 11.000 j\u00fcdische M\u00e4nner, Frauen und Kinder vom Messelager und Bahnhof Deutz in Ghettos und Vernichtungslager verschleppt und dort get\u00f6tet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KRIEG<\/h2>\n\n\n\n<p>Dass das Nazi-Regime aus seinem rassistischen Denken heraus f\u00fcr die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs sorgt, ist schlie\u00dflich der traurige H\u00f6hepunkt ideologischer Verblendung. Die Folgen sind Millionen Tote weltweit, St\u00e4dte in Schutt und Asche, Leid, Elend und Angst.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5.jpg\" alt=\"Zu sehen sind verschiedene Kinderf\u00fc\u00dfe. Sie tragen kaputte Schuhe und stehen auf Schutt. Das Bild ist schwarz-wei\u00df.\" class=\"wp-image-13172\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-5-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hermann Claasen: Kinder in der Nachkriegszeit, 1946\/47 (KSM, Foto: RBA K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die K\u00f6lner Innenstadt wird zu 90 Prozent zerst\u00f6rt. Die Angst-Traumata vor den verheerenden Bomber-Angriffen begleitet nicht nur das Leben vieler K\u00f6lner*innen ihr Leben lang.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein Stolperstein.\" class=\"wp-image-13175\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-6-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die J\u00fcdin Elisabeth Moses lebt damals in der Elisenstra\u00dfe 3 und flieht 1934 in die USA. 1925 erarbeitet die Kunsthistorikerin noch die j\u00fcdische Abteilung der Jahrtausendausstellung der Rheinlande (Stolperstein (Duplikat) f\u00fcr Elisabeth Moses, G. Demnig, K\u00f6ln 2013, KSM, Foto: RBA)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt, dass die Stadt zuvor von Kriegen innerhalb der Stadtmauer verschont geblieben war. Not, Elend, Hunger, Gewalt, das hatte vielen Menschen auch Jahrhunderte zuvor bereits Angst gemacht. Doch eine so grunds\u00e4tzliche Zerst\u00f6rung der Lebensbasis ist f\u00fcr K\u00f6ln neu.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wiederaufbau der Steine gelingt schnell, der Seelen weniger.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201eStolpersteine\u201c des K\u00f6lner K\u00fcnstlers Gunter Demnig auf den Fu\u00dfwegen vor den H\u00e4usern erinnern mittlerweile (nicht nur in K\u00f6ln) an die vielen get\u00f6teten j\u00fcdischen Nachbarn*innen. Leider ist die Angst vor dem \u201evermeintlich\u201c Fremden aus der Seele vieler Menschen nicht auszutreiben: Bereits im Jahr 1947 (also zwei Jahre nach Kriegsende) sind laut einer Untersuchung weiterhin 60 Prozent aller Deutschen antisemitisch oder rassistisch eingestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen sind weitreichend und machen Angst: Bereits zu Weihnachten 1959 beschmieren Rechtsextreme die frisch eingeweihte Synagoge in der Roonstra\u00dfe. Verw\u00fcstungen und Schmierereien auf j\u00fcdischen Friedh\u00f6fen geh\u00f6ren bis heute zum Alltag. Antisemitische und rassistische Vorf\u00e4lle nehmen gerade wieder besorgniserregend zu.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">TERROR<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch die Angst vor Terroranschl\u00e4gen begleitet uns kontinuierlich. Selbst wenn wir nicht pers\u00f6nlich betroffen sind, fragen wir uns: Wo waren wir an jenem verh\u00e4ngnisvollen Tag? Befanden wir uns vielleicht sogar ganz in der N\u00e4he? H\u00e4tten wir Betroffene sein k\u00f6nnen, zuf\u00e4llige Zeugen \u201ezur falschen Zeit am falschen Ort\u201c?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized is-style-default\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7.jpg\" alt=\"Zu sehen ist ein selbstgebauter Flammenwerfer.\" class=\"wp-image-13178\" style=\"width:800px\" srcset=\"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7.jpg 1024w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7-487x325.jpg 487w, https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/ksm-beitrag-angst-7-620x414.jpg 620w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Selbstgefertigter Flammenwerfer aus einer Pflanzenspritze, K\u00f6ln 1964 (KSM)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Morgen des 11.&nbsp;Juni 1964 kommt es im K\u00f6lner Stadtteil Volkhoven zu einer unvorstellbaren Bluttat. Der ehemalige Wehrmachtssoldat Walter Seifert greift, bewaffnet mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze, eine Volksschule an. Acht Kinder und zwei Lehrerinnen kommen ums Leben, viele weitere werden verletzt. Seifert vergiftet sich anschlie\u00dfend mit einem Pflanzenschutzmittel. Es ist einer der verheerendsten Schul-Amokl\u00e4ufe der deutschen Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1977 entf\u00fchrt und ermordet die RAF (Rote Armee Fraktion) in und bei K\u00f6ln Arbeitgeberpr\u00e4sident Hanns Martin Schleyer. Die Gro\u00dffahndung der Sicherheitsbeh\u00f6rden beunruhigt das ganze Land.<\/p>\n\n\n\n<p>2004 ver\u00fcbt die rechtsextreme NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) ihr Nagelbombenattentat in der Keupstra\u00dfe. Ein grausamer Anschlag, der nicht nur ganz M\u00fclheim ersch\u00fcttert, sondern bundesweit f\u00fcr Aufsehen sorgt.<\/p>\n\n\n\n<p>2015 versucht ein anderer Rechtsextremist Henriette Reker einen Tag vor der Oberb\u00fcrgermeisterwahl mit einem Messerstich in den Hals zu ermorden. Die parteilose Politikerin \u00fcberlebt schwer verletzt \u2013 und gewinnt die Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine sind Krieg und Angst zur\u00fcck in Europa. Aber auch vieles andere kann weiterhin Angst machen \u2013 die Klimakrise, steigende Preise, unsichere Radwege\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr zu diesem Thema erfahrt ihr ab dem 23. M\u00e4rz 2024 im neuen K\u00f6lnischen Stadtmuseum im ehemaligen Modehaus Franz Sauer.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Autor: Michael Bischoff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist Angst? Wie f\u00fchlt sie sich an? Wie \u00fcberall anders auf der Welt haben die K\u00f6lner*innen dieses Gef\u00fchl in den letzten 2000 Jahren oft erlebt. Im Bereich \u201eWas macht uns Angst\u201c in unserer neuen Dauerausstellung erz\u00e4hlen wir genau davon!<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":11457,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[84],"tags":[],"class_list":["post-11287","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ausstellung-emotionen","wpbf-post"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11287"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13183,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11287\/revisions\/13183"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11457"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.koelnisches-stadtmuseum.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}